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17.12.2012 : Weniger ist mehr

Weniger ist mehr

Bigband – Uni-Musiker halten sich in der Knabenschule an Count Basie und Thad Jones

Die TU-Bigband Darmstadt zog ein Resümee der vergangenen Konzert-Saison. In ihrem Programm am Freitag in der Bessunger Knabenschule dominierten Count Basie und Thad Jones.

DARMSTADT.


Die TU-Bigband Darmstadt steht seit acht Jahren unter der Leitung des Frankfurter Saxofonisten und Musikpädagogen Andreas Pompe. Er formte sie zu einer kompakten Orchesterband, nachdem sie in kleinerer Besetzung vor über zehn Jahren als „Swinging Mammoths“ für Furore sorgten. Seitdem war das nunmehr 22 Musiker starke „Mammut Orchester“ regelmäßig zu hören. Das Jahresabschlusskonzert in der Bessunger Knabenschule Freitag war nahezu ausverkauft.
Die TU-Bigband hatte an diesem Abend ihr Repertoire von mehr als 38 Titeln um 15 Kompositionen erweitert, die Züge zeigten, wie sie eine moderne Bigband von heute kennzeichnen. Dazu gehörten an vorderster Stelle Titel des Bandleaders und Pianisten Count Basie. Dessen Absicht war es, komplizierte Harmonien und melodische Labyrinthe zu meiden, aber die rhythmische Kraft und die spielerische Einheit seiner Band an die erste Stelle zu setzen. Andreas Pompe und die TU-Bigband gingen denn auch daran, dieses Konzept des „weniger ist mehr“ umzusetzen, ein vordergründiges „Aussparen“ zu markieren, dafür aber umso mehr ein Gespür für die richtigen Tempi zu entwickeln und Plätze für raffinierte Brüche und Pausen zu finden. Dabei ist die mit Klavier (wechselweise Jan Janzen und Uwe Baumann), E-Bass, zwei Gitarren und Schlagzeug (meist Daniel Schafmeister) besetzte Rhythmusgruppe die Keimzelle.
In seinem Schüler, dem Trompeter und Arrangeur Thad Jones, hatte Basie einen idealen Nachfolger gefunden. Auch er stand an diesem Abend auf der Setliste und bestach in der Interpretation der Uni-Bigband durch flexiblen Sound sowie überraschend-melodische Einfälle, die sich in den zahlreichen solistischen Beiträgen wiederfanden. Dies waren die typischen schwebenden Saxofon- und knallhart auf den Beat gesetzten Bläsersätze, die auch beim Publikum für ein Wechselbad der Stimmungen und Empfindungen sorgten.
Nicht nur in der Zugabe „A Child Is Born“, einem Klassiker des Thad-Jones-Repertoires, auch in vier weiteren Gesangsnummern, stellte sich die neue Sängerin Manja Neubert vor, deren Stimmvolumen noch mit dem geballten Band-Sound koordiniert werden muss. Hier zeigte sich transparent, was Thad Jones schon vor Jahren als Bigband-Leiter kennzeichnete, indem er Akkorde auftürmte, deren obere Töne er in die unteren Stimmen verlagerte. Ein gekonnter Schachzug, den auch die TU-Bigband in idealer Weise vornahm.

http://www.echo-online.de/freizeit/kunstkultur/musik/konzerte/Weniger-ist-mehr;art8472,3501580

  • 17. Dezember 2012
  • Von Ulfert Goeman

 

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